Was aber ist mit dem Management? Ist das mittlere und obere Management perfekt und benötigt keine Weiterbildung, oder sind es gerade diese Schlüsselfiguren, welche für das Überleben eines Unternehmens die richtigen oder falschen Weichen stellen? Was tun sie, um auf die im Moment drängendsten Herausforderungen die richtigen Antworten zu finden? Es werden Antworten erwartet zu Themen wie:
• Demografischer Wandel
• Talent-Management
• Überleben im globalen Wettbewerb
• Lernende Organisation
Gerade aber um Antworten auf diese Fragen zu finden werden moderne Lernformen und -inhalte benötigt. Die Einsicht für die Einführung moderner Lernformen im Management ist in den Chefetagen noch wenig verbreitet, wie eine aktuelle Studie der Hochschule St. Gallen (HSG) feststellt.
Managemententwicklung ist Chefsache! Was von den Verantwortlichkeiten her zutreffen mag, wird in der Praxis jedoch wenig gelebt. Den Managern fehlt es angesichts ihrer zahlreichen Verpflichtungen schlicht an Zeit, selbst neue Lernwege und –inhalte auszuprobieren, um sich selbst weiter zu qualifizieren. Wie nun können sich Führungskräfte trotz hoher Auslastung, Informationsflut und stetigem Wandel weiterentwickeln? Wichtig wäre bei einer Qualifizierungsmassnahme für das Management, darauf zu achten, dass neben der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten auch die Einstellungen, Überzeugungen und Werthaltungen reflektiert werden. Dies ist umso drängender, da sich das obere und mittlere Management vor die Entscheidung gestellt sieht, ob nun primär die Weiterbildung in Richtung «technokratische Entscheider » oder «reflexive Gestalter» gesucht werden soll. Diese Frage stellt sich angesichts der aktuellen Diskussionen über die gesellschaftliche Rolle und das Verhalten von Managern immer drängender.
Schliesslich gibt es gerade in KMU, welche sehr oft als Familienbetrieb geführt werden, sehr starke und dominante Führungspersönlichkeiten, welche die Geschicke des Unternehmens bestimmen. Diese sind in der Tat sehr konsequent, motiviert und in der Regel auch unkompliziert. Allerdings lehrt die Erfahrung auch, dass die Persönlichkeitsstruktur des langjährigen und sehr erfolgreichen Chefs es schwierig macht, eine menschlich gute Zusammensetzung von Management-Teams zu finden.
Negativ auf eine menschlich gute Zusammensetzung von Management-Teams in KMU wirken Eigenschaften des Chefs wie starkes Dominanzstreben, Egozentrik, Eitelkeit, Starallüren, Arroganz und Rücksichtslosigkeit gegenüber den Mitmenschen. Die jüngste Wirtschaftsgeschichte liefert ausreichend Beispiele über solche Manager. Die Schwierigkeiten für den «zweiten Mann», rühren unter anderem daher, dass von dem, der führen soll, zweierlei erwartet wird: Er soll einerseits strategisch konzeptionell begabt sein, andererseits auch stark sein im Umsetzen von Zielen. Zusätzlich soll er auch noch als «technokratischer Entscheider» und als«reflexiver Gestalter» ausgebildet werden. Das ist ein Spagat, auf den die meisten Manager von heute nicht vorbereitet sind. |