Die letzte Chance der Schweizer Traditionsfirma ist die Digitalisierung

erstellt am 23 März 2017 durch tm Team1 v.l.n.r. Ernst Schmid, Beat Schaufelberger, Ernst Leimbacher © Simon ReinkerTeam1 v.l.n.r. Ernst Schmid, Beat Schaufelberger, Ernst Leimbacher © Simon Reinker

Rettet STOKYS!

(mt) Seit 75 Jahren schrauben Kinder und Erwachsene mit STOKYS-Metallteilen alles zusammen, was ihre Fantasie hergibt. Überleben kann das Unternehmen jedoch nur aufgrund von Idealisten, Gewinn bringen die Metallbaukästen nicht mehr ein. Die gestartete Crowdfundingkampagne soll die Traditionsfirma erhalten und ihren Übergang ins digitale Zeitalter einläuten.

STOKYS ist ein Stück Schweizer Geschichte: Gegründet wurde das Unternehmen 1941 in Luzern, als der Zweite Weltkrieg die Besorgung von Spielwaren erschwerte. Seither werden mit den Metallteilen von Spielzeug-Karussellen über Erdnuss-Schleudern oder Smartphone-Ständer bis hin zu computergesteuerten Maschinen allerlei Modelle kreiert. Bis heute setzen sich Idealisten mit Freiwilligenarbeit dafür ein, die Metallbaukästen am Leben zu erhalten.

Inzwischen bringt STOKYS keinen Gewinn mehr ein. Getragen wird die Firma von Geschäftsführer Beat Schaufelberger sowie den Teilzeitmitarbeitern Ernst Schmid und Ernst Leimbacher. Letzterer engagiert sich wie auch weitere STOKYS-Fans ehrenamtlich dafür, die Metallteile der nächsten Generationen zur Verfügung zu stellen.

Für den Nischenhersteller mit Sitz in Bauma hat sich das Bestehen im globalen Massenmarkt immer schwieriger gestaltet. Anstatt die Produktion nach Asien auszulagern und höhere Gewinnmargen zu erzielen, setzt STOKYS weiterhin auf eine nachhaltige und hochwertige Herstellung in der Schweiz. Um das auch künftig zu ermöglichen, ist gestern die Crowdfunding-Kampagne STOKYS 2.0 auf wemakeit gestartet.

Eine erfolgreiche Kampagne rettet nicht nur die Zukunft der Traditionsfirma, sondern ermöglicht auch die Überführung ins digitale Zeitalter mit einer Online-Plattform. Deren Mitglieder profitieren von diversen Zusatzleistungen wie dem kostenlosen Ersatz von Verbrauchsgegenständen, vor allem aber tauschen sie sich virtuell über ihre Einfälle und Modelle aus und entwickeln diese gemeinsam weiter.

Zur realen Begegnung kommt es dieses Wochenende an der 75. Jubiläumsfeier von STOKYS: Vom 24.-26. März werden im Technorama Winterthur die ausgefallensten Modelle gezeigt und Senioren geben ihre jahrzehntelange STOKYS-Erfahrung an Kinder weiter. Hier wird deutlich, wie die Kreativität der Tüftler, Grosseltern und Kinder den Metallbaukästen Leben einhaucht.

www.eggliwintsch.ch

 

 

 

 


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