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Bilanzen der Pensionspläne auf höchstem Stand seit 2013

erstellt am 12 Oktober 2017 durch tm

Die Bilanzen der Schweizer Unternehmen haben sich im dritten Quartal 2017 weiter verbessert.

Willis Towers Watson Swiss Pension Finance Watch - 3. Quartal 2017

 

(mt) Die Diskontierungssätze stiegen gegenüber Ende Juni 2017 um rund 2 Basispunkte (Bp.), und die Anlagerenditen fielen im dritten Quartal positiv aus. Insgesamt stieg der Deckungsgrad (d.h. das Verhältnis von Pensionsvermögen zu Pensionsverpflichtungen) um rund 2,3 Prozentpunkte, wie aus dem Willis Towers Watson Pension Index hervorgeht. Dieser stieg von 100,2% per 30. Juni 2017 auf 102,5% per 30. September 2017.

Der Pensionskassenindex wird vierteljährlich von Willis Towers Watson in deren Swiss Pension Finance Watch veröffentlicht und basiert auf dem International Accounting Standard 19 (IAS 19). Der Index stellt die quartalsweise Entwicklung des Ausfinanzierungsgrads unter IAS 19 dar, statt den sonst typischen Deckungsgrad der schweizerischen Vorsorgepläne anzugeben.

Weiterhin hohe Anlagerenditen im 3. Quartal 2017
Die Pensionspositionen in den Bilanzen der Schweizer Unternehmen erholten sich weiter von den niedrigen Ständen um die Jahresmitte 2016, was weitgehend vor dem Hintergrund positiver Anlagerenditen im dritten Quartal 2017 geschah. Die Renditen von Schweizer Unternehmensanleihen haben sich seit Mitte des letzten Jahres stabilisiert und sind leicht gestiegen, deshalb konnten die hohen Anlagerenditen den Ausfinanzierungsgrad der Pensionsverpflichtungen in den Bilanzen verbessern. Basierend auf unserem illustrativen Index ist der Ausfinanzierungsgrad sogar auf den höchsten Stand seit Oktober 2013 gestiegen.

Adam Casey, Senior Consultant bei Willis Towers Watson, warnt: «Die Diskontierungssätze haben sich stabilisiert und sind sogar ein wenig gestiegen. Sie befinden sich jedoch auf einem sehr niedrigen historischen Niveau, was unverändert eine Herausforderung für die Pensionsfonds und ihre Sponsoren darstellt. Die Unternehmen sollten bedenken, dass die jüngsten guten Anlagerenditen nicht von Dauer sein werden.»

Von Juli bis September sind die Anleihenrenditen gegenüber dem Ende des Vorquartals um rund 4 Basispunkte gestiegen. Damit nahmen die Pensionsverpflichtungen um 0,3% ab, was positive Auswirkungen auf den Pensionskassenindex hatte. Die signifikanteste Auswirkung auf den Pensionsindex im dritten Quartal hatte die positive Anlagerendite. Die Rendite der von den Schweizer Pensionskassen üblicherweise gehaltenen Anlageklassen lag um 2,0% höher als im Vorquartal (gemäss BVG-40 plus Index von Pictet).

Pensionsfonds müssen sich auf wechselnde Marktbedingungen einstellen
«Die Portfoliowerte sind im vergangenen Quartal erneut angestiegen. Diese sind wesentlich durch die anhaltende Zuversicht gegenüber den globalen Aktienmärkten bedingt, die durch die allgemein günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen, insbesondere in Europa, unterstützt wurden», so Michael Valentine, Investment Consultant bei Willis Towers Watson in Zürich. «Zwar zeigen sich die Märkte nach wie vor robust gegenüber politischen und naturbedingten Unwägbarkeiten, doch prognostizieren wir einen deutlichen Rückgang bei den künftigen Renditen. Gleichzeitig ist das Spektrum möglicher Ergebnisse sehr gross und eher mit Abwärtsrisiken behaftet. Auch wenn es zu keinem Markteinbruch kommt, sollten sich die Pensionskassen auf ein Niedrigwachstumsumfeld und steigende Zinsen einstellen», rät er.


Der Pension Index misst die Veränderungen des Verhältnisses zwischen den Vermögenswerten und der
Leistungsprimatverpflichtungen eines Pensionsplans (Indexniveau von 100% per 31.12.2006).

 

Hintergrundinformationen zur Studie
Der Swiss Pension Finance Watch untersucht vierteljährlich die Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf die Finanzierung von Vorsorgeplänen in der Schweiz. Die Studie ist ein Teil des Global Pension Finance Watch von Willis Towers Watson, dessen Ergebnisse für die grössten Pensionsmärkte der Welt bis ins Jahr 2000 zurückgehen. Die Studienergebnisse werden vierteljährlich veröffentlicht. Der Schwerpunkt liegt auf dem Anlagevermögen und den Verpflichtungen. Der Bericht deckt Vorsorgepläne in Brasilien, Kanada, der Eurozone, Japan, der Schweiz, Grossbritannien und den USA ab.

Die Auswirkungen der Kapitalmärkte auf diese Vorsorgepläne betreffen zwei Bereiche:

die Auswirkungen der Anlageperformance auf das Planvermögen
die Folgen von wirtschaftlichen Annahmen auf die Pensionsverpflichtungen (gemäss International Accounting Standards)
Dem Modell von Willis Towers Watson liegt ein Benchmark-Pensionsplan zugrunde, der die Pensionsverpflichtungen und das Planvermögen (inkl. Vermögensmix) darstellt, die typischerweise im jeweils betrachteten Pensionsmarkt vorkommen. Anhand der Auswirkungen von Kapitalmarktentwicklungen auf das Vermögen und die Verpflichtungen wird ein Pension Index erstellt. Dieser bildet die Veränderungen im Ausfinanzierungsgrad des Benchmark-Pensionsplans ab.


Über Willis Towers Watson
Willis Towers Watson (NASDAQ: WLTW) gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Advisory, Broking und Solutions. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, aus Risiken nachhaltiges Wachstum zu generieren. Unsere Wurzeln reichen bis in das Jahr 1828 zurück – heute ist Willis Towers Watson mit rund 40‘000 Mitarbeitenden in mehr als 140 Ländern aktiv.

Wir gestalten und liefern Lösungen, die Risiken beherrschbar machen, Investitionen in die Mitarbeiter optimieren, Talente fördern und die Kapitalkraft steigern. So schützen und stärken wir Unternehmen und Mitarbeitende. Unsere einzigartige Perspektive bietet uns einen Blick auf die erfolgskritische Verbindung personalwirtschaftlicher Chancen, finanzwirtschaftlicher Möglichkeiten und innovativem Wissen – die dynamische Formel, um die Unternehmensperformance zu steigern. Gemeinsam machen wir Potenziale produktiv.

Willis Towers Watson ist in der Schweiz mit Niederlassungen in Zürich, Genf und Lausanne vertreten.

 

 


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