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Bahnbrechende Technologien – made in Switzerland

erstellt am 19 Mai 2016 durch tm Bild: zvgBild: zvg

Heute nahmen fünf Schweizer Start-ups den mit je 100‘000 Franken dotierten W.A. de Vigier Preis entgegen.

Gewinner des W.A. de Vigier Förderpreises

 

Die begehrten Awards wurden zum 27. Mal in Solothurn vergeben, dies in Anwesenheit von rund 200 Gästen aus Wirtschaft, Politik und der Wissenschaft. Die Technologien hinter den Siegerprojekten können Ernteerträge steigern, Dieben das Handwerk legen und sogar Leben retten.

Rund 200 Schweizer Start-ups reichten für die Preisverleihung 2016 ihre Projekte ein. „Dieses Jahr waren die Kandidaten und Kandidatinnen noch eine Stufe besser als sonst“, so Sven Hoffmann, Stiftungsrat und Jurymitglied. Auch Regula Buob, Geschäftsführerin der W.A. de Vigier Stiftung ist begeistert: „Am Präsentationstag versetzten mich die jungen Führungskräfte in Staunen mit ihren bahnbrechenden Ideen“. Tatsächlich erhielten alle zehn Nominees des Jahres 2016 in ihren Expertenberichten eine Empfehlung für den W.A. de Vigier Preis, dies sei sehr aussergewöhnlich, so Buob.

Stiftungsrat und Jurymitglied Alain Nicod musste sich mit seinen Stiftungsratskolleginnen und -kollegen, die gleichzeitig auch die Jury bilden, nach langem Abwiegen schliesslich für fünf Preisträger entscheiden. Er ist von der Auswahl überzeugt und sagt: „Unsere Mission ist die Unterstützung erfolgsversprechender Unternehmerinnen und Unternehmer. Die diesjährige Auslese wird unseren Zweck einmal mehr zur Geltung bringen“. Bei der Projektbeurteilung fielen folgende Aspekte ins Gewicht: Die Unternehmer-Persönlichkeit, der Innovationscharakter, die gesamtgesellschaftliche Relevanz, die technische und finanzielle Realisierbarkeit sowie Marktchancen und der Arbeitsbeschaffungseffekt.

Die fünf Preisträgerinnen und Preisträger

Nanolive AG aus Ecublens (VD) – 3D Forschung an lebenden Zellen
Nanolive entwickelte ein bis heute einzigartiges tomographisches Mikroskop, das die Erforschung lebender Zellen in 3D ermöglicht – ganz ohne sie zu beschädigen. Mit dem 3D Cell-Explorer wird die Zellaktivität umfassend, in Echtzeit und in nie dagewesener Auflösung wiedergegeben. Der erschwingliche Preis soll es weltweit möglich machen, in Schulen, Labors und Universitäten lebende Zellen zu erforschen und mit ihnen zu interagieren. Kürzlich gewann Nanolive den First Lab Innovation Award an der Lab Innovation Lausanne.

Pregnolia AG aus Zürich (ZH) – Risiko von Frühgeburten erkennen
Frühgeburten werden immer häufiger. Das Messgerät von Pregnolia kann das Risiko von Frühgeburten senken, indem eine Sonde die Festigkeit des Gebärmutterhalses misst. Ist die Zervix zu weich, kann die behandelnde Ärzteschaft rechtzeitig therapeutische Interventionen veranlassen. Dank Pregnolia könnten 80 % der Frauen mit einem Risiko für eine Frühgeburt
erkannt werden. Heute liegt die Erkennungsrate lediglich bei 40 %.

Peripal AG aus Zürich (ZH) – Vereinfachung der Dialyse zu Hause
Bei der Dialyse zu Hause ist der heikelste Schritt die Verbindung des Dialysegerätes mit der Blutbahn – dies wegen der Gefahr von Infektionen. Peripal löst dieses Problem durch ein Gerät, das den Zugang zu den Blutgefässen mechanisch und in einem sterilen Umfeld herstellt. Peripal vereinfacht die Therapie derart, dass sich die Trainingszeit für Patienten und Pflegepersonal deutlich verringert. Mit jedem zu Hause behandelten Patienten spart das Gesundheitswesen
jährlich zwischen 10 000 und 20 000 Dollar. Peripal konnte eine Serie A Finanzierungsrunde abschliessen und wurde mit dem Idee Suisse Award 2016 ausgezeichnet.

Gamaya AG aus Ecublens (VD) – 30 % Ertragssteigerung in der Landwirtschaft
Gamaya entwickelt Analytik-Tools für grosse Landwirtschaftsflächen. Hyperspektralkameras auf Drohnen oder Flugzeugen messen, wie viel Licht die Saat reflektiert. Daraus lassen sich Analysen über den Zustand der Felder ableiten. Bauern erhalten in Echtzeit wertvolle Daten zu ihren Plantagen und können ihre Profitmarge durch zeitnahes Reagieren um 30 % steigern. Gleichzeitig erhöhen sich die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse sowie die Nachhaltigkeit des Anbaus.

UrbanAlps AG aus Zürich (ZH) – Sicher gegen 3D Kopieren
Heute kann jeder Ihren Hausschlüssel kopieren. UrbanAlps produziert den Stealth Key: einen günstigen, mechanischen Schlüssel, der sicher gegen 3D Kopieren ist. Die Lösung ist einfach und bestechend: ein Schlüssel, welcher die meisten seiner mechanischen Sicherheitsfunktionen im Schlüsselinnern hat. Dies macht den Schlüssel unkopierbar.

Die fünf Nominees

InoSitec AG aus Zürich (ZH) – Neue Therapien mittels natürlicher Moleküle
Inositec entwickelt neue Therapeutika basierend auf kleinen Molekülen. Das Hauptprodukt ist eine neuartige Behandlung einer verbreiteten Darminfektion, das zweite Produkt ist ein Hemmer von Gefässkalzifikationen.

ViDi Systems AG aus Villaz-St-Pierre (FR) – Bildanalyse durch neue Vision Software
ViDi Suite befähigt Computer, Maschinen und Autos, industrielle Bilder via Vision Software zu analysieren und zu verstehen. Via Deep Learning Software lernt die Maschine autonom, ohne Programmieren.

PiaVita aus Zürich (ZH) – Kontaktlose Vitaldaten-Messung bei Tieren
PiaVita entwickelte ein veterinärmedizinisches Gerät zur kontaktlosen Messung von Vitaldaten am Tier. Das kleine Gerät wird direkt am Tier angebracht, was erstmals medizinisch präzise Messungen ohne Stress möglich macht.

ecoRobotix GmbH aus Yverdon-les-Bains (VD) – Robotic-Einsatz beim Unkrautjäten
ecoRobotix entwickelten einen solarbetriebenen Roboter, der Reihenkulturen jätet. Mit
seinem künstlichen Sehsystem erkennt und zerstört er Unkraut, entweder mechanisch oder durch lokalen Einsatz von Herbiziden.

FEMTOprint AG aus Muzzano (TI) 3D Druck für Mikrosysteme aus Glas
FEMTOprint produziert 3D Mikroteile aus Glas mit optischen, fluidischen sowie mechanischen Eigenschaften und dies mit mikrometrischer Präzision. Diese Technologie kann zahlreiche
Branchen revolutionieren.

Über den W.A. de Vigier Förderpreis
Der W.A. de Vigier Förderpreis ist die älteste und mit jährlich 500'000 Franken Preisgeldern (5 mal 100‘000 Fr) die höchstdotierte Auszeichnung für Jungunternehmer in der Schweiz. Seit ihrem 27-jährigen Bestehen hat die Stiftung insgesamt über 10 Millionen Franken Startkapital verteilt. Daraus resultierten bis heute rund 80 erfolgreiche Start-ups, erfolgreiche Börsengänge, mehrere erfolgreiche Firmenverkäufe und vor allem viele neue Arbeitsplätze.

Bewerbung W.A. de Vigier Förderpreis 2017

Vom 1. Oktober 2016 bis am 6. Januar 2017 können sich Start-ups für die Preisvergabe 2017 bewerben. Angesprochen sind Jungunternehmer/innen mit Wohnsitz in der Schweiz, die in der Regel nicht älter als 45 Jahre alt sind und die sich in ihrer Firma für die Realisierung und Vermarktung einer innovativen, zukunftsweisenden Produkt- oder Dienstleistungsidee einsetzen.


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